Verbindungsabbrüche?

Ab und zu kommen Kunden auf uns zu, die Probleme mit ständigen Verbindungsabbrüchen bei ihrem DSL-Anschluss der NeckarCom haben. Dazu möchte ich vorwegschicken, dass mir in Nabern kein Fall bekannt wäre, der auf eine Störung der Richtfunkstrecke zurückzuführen gewesen wäre. Diese hält was uns Nabernern versprochen wurde: für den Endkunden eine “gefühlte” Glasfaserverbindung.

Vielmehr mussten wir die Erfahrung machen, dass die Ursachen meist in der kundeneigenen Infrastruktur liegen. Dass derartige Probleme beim Kunden erst seit Anschaltung des NeckarCom-Anschlusses zu Tage treten, ist dabei kein Zufall: der moderne VDSL -Anschluss stellt wesentlich höhere Anforderungen an die Qualität der Verkabelung, als dies bei einem herkömmlichen ADSL-Anschluss der Fall war. Dasselbe Problem hätte man also mit hoher Wahrscheinlichkeit auch, wenn man einen Telekom-Anschluss in VDSL-Geschwindigkeit bekommen könnte.

Die Leitungsqualität wird insbesondere von folgenden Komponenten beeinflusst:

  1. Teilnehmeranschlussleitung (TAL) vom Kabelverzweiger der Telekom bis ins eigene Haus zum “Hausverteiler” (Fachbegriff “Abschlusspunkt Linientechnik”, kurz “APL”).
  2. Installationsleitung vom APL zur ersten Anschlussdose (“1. TAE”) im Haus bzw. der Wohnung.
  3. Eventuelle Zusatzinstallationen im Anschluss an die 1. TAE, z.B. zur Verlegung des Telefon-/Internetanschlusses vom Keller ins Erdgeschoss oder auch nur vom Flur ins Wohnzimmer.
  4. Anschluss der Fritz!Box an der 1. TAE oder einer gemäß 3. verlegten Anschlussdose.

Folgendes haben wir schon angetroffen:

zu 1.:

  • TALs, welche bei früheren Bauarbeiten vor dem Haus beschädigt und nicht sachgemäß repariert wurden. Jetzt geht die DSL-Geschwindigkeit immer abwärts, wenn’s draußen regnet.
  • TALs mit einer zu hohen Gesamtlänge (z.B. über 1km), welche den bestellten DSL-Tarif (z.B. DSL 50.000) nicht mit der vollen Kapazität ermöglichen können. Damit ist der Betrieb stets “am Anschlag” der zwischen Fritz!Box und Outdoor-DSLAM (Verteiler der NeckarCom) ausgehandelten Geschwindigkeit, was die Verbindungsstabilität beeinträchtigen kann.

zu 2. und 3.:

  • Installationsleitungen, welche nicht am Stück vom APL zur 1. TAE verlegt wurden, sondern über Verteilerdosen oder andere Verbindungsstellen geführt sind. Allein durch die fehlende Abschirmung an den Verbindungsstellen verliert das Signal über diese Kabel teilweise erheblich an Qualität.
  • Installationsleitungen, welche “irgendwie” im Haus verlegt sind und dabei möglicherweise Abzweigungen aufweisen, die nicht mehr genutzt oder – schlimmer – dem Bewohner gar nicht bekannt sind. Je komplexer hier die Leitungsstruktur ausfällt, desto störanfälliger wird die DSL-Verbindung.
  • Installationsleitungen, welche durch nahe elektrische Installationen oder Geräte gestört werden.

zu 4.:

  • Fritz!Boxen, welche am Splitter des Altanschlusses eingesteckt waren. Das kann funktionieren, ist aber schädlich für die Verbindungsqualität.
  • Fritz!Boxen, welche über zusätzliche Verlängerungskabel an der TAE-Steckdose angeschlossen sind.
  • Fritz!Boxen, welche über das Original-Y-Kabel (beschriftet mit “DSL-/Telefon-Kabel”) und den DSL-TAE-Adapter-Stecker an der  TAE-Steckdose angeschlossen sind. Auch das ist nicht falsch, aber besser ist das “DSL-Kabel”, welches ohne Adapterstecker auskommt.

Falls Sie selbst unter einem DSL-Anschluss mit Verbindungsabbrüchen leiden, können Sie sich mit diesen Erkenntnissen vielleicht selbst erfolgreich auf Ursachenforschung begeben.

Als DSL-Service systeck werden wir uns diesem Thema noch intensiver widmen. Wir bitten  aber um Verständnis, dass wir eine individuelle “Hausverkabelungsanalyse” oder deren Behebung nur als kostenpflichtige Dienstleistung erbringen können. Im Rahmen des DSL-Installationservice können wir aber zumindest sicherstellen, dass die Fehler zu Punkt 4 nicht begangen werden und wir können Hinweise zu möglichen Ursachen gemäß der Punkte 2 und 3 geben.

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